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Wichmannsdorf
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Dorf und Burg Wichmannsdorf

 

Zeitgenössische Darstellung

 

 

Darstellung der Templer-Burg Wichmannsdorf durch Hugo Lonitz 1892

 

 

 

 

 
 
 

 
 

                        Erdwälle und Gräben  [Wichmannsdorf]

 

Das von Wällen und Gräben umgebene und nur durch eine Zugbrücke zu betretende befestigte Haus nebst einem Turm lag auf einer Anhöhe unweit des heute wüsten Dorfes Wichmannsdorf. Die Ursprünge dieser Komturei werden im ausgehenden 12. Jahrhundert vermutet.

Die Komturei in Wichmannsorf war der Sitz des Präzeptors von Niederdeutschland und dem Slawenland, sowie das Zentrum der Templerprovinz Magdeburg.

Der Besitz der Templerkomturei Wich-   mannsdorf vergrößerte sich schnell. In Urkunden lässt sich dies für den Zeitraum von 1223 bis 1304 eindrucksvoll belegen: In einer Urkunde aus dem Jahre 1215 verleiht der Herzog Otto von Lüneburg sein Eigentum im Orte Groß Santerselben den Templern in Wichmannsdorf. Bis zum Jahre 1289 gelangt der größte Teil des Dorfes Bülstringen in den Besitz der Templer. Im Jahre 1289 schenkt ein Graf Konrad den Templern zu Wichmannsdorf das Dorf Wolfshausen.
 


Der letzte Komtur der Komturei Wichmannsdorf war zugleich der letzte Präzeptor der Templer in Niederdeutschland: Friedrich von Alvensleben. Über Friedrich von Alvensleben sagte Papst Pius II., er sei "ein ausgezeichneter Mann, in dem sich der Adel eines uralten Geschlechts, persönliche Würde, Charakterstärke und Seelengröße mit einer strengen Gerechtigkeit verbunden hat".
 


1307 verkauft Friedrich von Alvensleben alle Güter der Komturei Wichmannsdorf seinem Bruder Albrecht von Alvensleben. Friedrich von Alvensleben, und vermutlich auch die in der Komturei noch verbliebenen 4 Ritter, treten dem Orden der Johanniter bei und beschließen ihren Lebensabend - hoch angesehen - in der Komturei Lietzen, die an die Johanniter überging; weit ab vom Einflussbereich des Erzbischofs von Magdeburg.
 


1310 lässt Burchard III. von Scharpelau, Erzbischof von Magdeburg, entsprechend dem Gebot von Papst Clemens V. die Templer "in curiis domibus Wichmannsdorp ac Bolstede et Jerdingesdorp Halberstadensis diocesis" gefangen nehmen und ihre Güter einziehen. Daraufhin belegte der Bischof von Halberstadt, Albrecht I. Fürst von Anhalt, den Erzbischof mit dem Kirchenbann. Der Papst beauftragt daraufhin die Bischöfe von Brandenburg, Merseburg und Hildesheim auf den Halberstädter Bischof dahingehend einzuwirken, dass er den Bann zurücknehme.
 


Die Komturei in Wichmannsdorf verfiel im Laufe der Zeit und wurde abgebrochen. Aus den Steinen soll der südliche Turm der nahen Hundisburg erbaut worden sein, der deshalb noch heute den Namen Tempel- herrenturm trägt. Die Kapelle stand noch bis Mitte des 15. Jahrhunderts und verfiel mit der Verödung des nahen Dorfes Wichmannsdorf. 1892 wurden die Reste der Komturei durch den Haldenslebener Glasfabrikanten Lomitz vermessen und beschrieben.


 

 

 

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